Europameisterschaft Osijek/CRO: Drama um deutsche Skeetschützen

Erst knapp verpasste Einzüge in die Finals der westfälischen Starter. Dann in den Finals keine Quotenplätze für Deutschland.

190510DSBZweimal fehlte eine Scheibe zum Glück! Die deutschen Skeetschützen schossen bei der EM in Osijek einen phantastischen Wettkampf und zogen mit Nadine Messerschmidt und Vincent Haaga in das Finale der besten Sechs ein. Doch beide verfehlten als Vierte eine Medaille und den Quotenplatz für Tokio, da jeweils zwei Konkurrenten um die Tokio-Tickets vor ihnen lagen.

Dementsprechend zwiespältig fielen die Gefühle der Beteiligten aus: „Beide haben sehr gute Leistungen gebracht und super gefightet. Wir können sagen, dass die Skeetschützen stark aus der Pause gekommen sind. Wir haben extremes Pech gehabt, und es ist natürlich sehr schade, dass der Quotenplatz so knapp verpasst wurde“, lobte Sportdirektor Heiner Gabelmann die Athleten.

Bundestrainer Axel Krämer meinte: „Die Verteilung der Quotenplätze war schon hart, in der Vergangenheit gab es mit Platz sieben schon einen Quotenplatz. Für mich war wichtig, dass sie ihre Leistung umgesetzt haben. Aber natürlich ist das eine bittere Pille, zweimal um eine Scheibe den Quotenplatz verpasst zu haben. Ich wollte nicht so viele Tränen sehen.“

Messerschmidt verpasst Bronze und Quotenplatz um eine Scheibe
Nadine Messerschmidt hatte die Chance auf eine EM-Medaille und einen Quotenplatz für Tokio. Allerdings war die Final-Konkurrenz bärenstark und bis auf die Italienerin Chiara Cainero ebenfalls „heiß“ auf die zwei Quotenplätze. Nach gutem Start und Treffen der ersten vier Scheiben, verpasste Messerschmidt die Scheiben Nummer fünf und sechs. Nach Verfehlen einer weiteren Doublette geriet sie in die Bredouille, früh auszuscheiden, blieb aber von Scheibe 15 bis 26 fehlerfrei. Der Kampf wurde belohnt: Zunächst schied die Zypriotin, dann eine der zwei Russinnen aus. Doch kurz vor der Medaille und dem Quotenplatz „erwischte“ es die 27-Jährige dann doch: Drei von vier Scheiben hätte Messerschmidt treffen müssen, doch zwei flogen unberührt in das Gras Osijeks. 

Christine Wenzel (SSC Schale) befand sich in ähnlichem Fahrwasser wie Messerschmidt und hatte das Finale der besten Sechs lange Zeit vor Augen. Am Ende hatte sie mit 116 Treffern zwei zu wenig (Platz zwölf). Katrin Butterer (SSC Schale) startete gut, konnte das Anfangsniveau aber nicht halten und rutschte mit 112 Treffern auf Platz 22 ab.

Damit bleibt es bei einem Quotenplatz für die deutschen Skeeterinnen. Dieser wird in einer internen Qualifikation zwischen Nadine Messerschmidt, Katrin Butterer, Nele Wißmer und Vanessa Hauff ausgeschossen. Am 19./20. Juni fällt in Frankfurt/Oder die Entscheidung, nachdem Teil eins bereits hinter den Schützinnen liegt. Dabei dürfte es zu einem Dreikampf zwischen Messerschmidt, Butterer (je 139 Treffer) und Wißmer (138 Treffer bei 150 Scheiben) kommen, Hauff hat bereits etwas Rückstand (133).

In der Qualifikation lagen Sven Korte und Vincent Haaga nach Tag eins und 75 Scheiben auf Finalkurs. Das Teilnehmerfeld war jedoch so eng beisammen, dass jede fliegende Scheibe gravierende Folgen haben konnte. Haaga traf 49 der 50 Scheiben, Korte „nur“ 47, sodass der 31-Jährige mit 121 Treffern aus dem sicher geglaubten Finale rutschte. Tilo Schreier als Dritter im Bunde hatte nie seinen richtigen Rhythmus gefunden und landete mit 113 Treffern nur auf Platz 52.

Auch für die Skeet-Herren kein Quotenplatz

Noch dramatischer verlief das Finale für Vincent Haaga. Neben dem Kampf um die EM-Medaillen lautete das Motto: Drei Schützen für zwei olympische Quotenplätze. Neben Haaga kämpften noch der Zypriot Georgios Achilleos und der Finne Eetu Kallioinen um das Tokio-Ticket. Und von Beginn an lieferten sich Haaga und der Zypriote ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mal lag Haaga einen Treffer hinter ihm, mal einen Treffer vor ihm. Nachdem nur noch vier Schützen im Rennen lagen, spitzte sich die Lage zu: Als Haaga bei den Scheiben 31 bis 34 zweimal daneben schoss, schien alles gelaufen, doch sechs Folgetreffer ließen ihn noch mit dem Zyprioten gleichziehen. Doch das reichte nicht, denn im Vorfeld des Finals schossen die Athleten die Reihenfolge im Falle eines Gleichstandes aus – und da hatte der Gegner die Nase vorn.

Bereits vor dem Finale ging es für Haaga in ein „Vor-Finale“. Er musste zunächst in das Shootoff mit fünf anderen Schützen, die ebenfalls 122 Treffer in der Qualifikation hatten setzen können. Haaga setzte sich durch und zog in das Finale ein, ehe das Drama Teil zwei begann.

In der Qualifikation lagen Sven Korte (SSC Schale) und Vincent Haaga nach Tag eins und 75 Scheiben auf Finalkurs. Das Teilnehmerfeld war jedoch so eng beisammen, dass jede fliegende Scheibe gravierende Folgen haben konnte. Haaga traf 49 der 50 Scheiben, Korte „nur“ 47, sodass der 31-Jährige mit 121 Treffern aus dem sicher geglaubten Finale rutschte. Tilo Schreier als Dritter im Bunde hatte nie seinen richtigen Rhythmus gefunden und landete mit 113 Treffern nur auf Platz 52.

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